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Achillessehnenentzündung



Achillessehnenbeschwerden

Achillessehnenbeschwerden sind die wohl häufigste Erkrankung bei Läufern. Ursächlich sind häufig Veränderungen der Laufgewohnheiten zu betrachten. Egal ob eine spontane Intensivierung des Trainings, Wiedereinstieg nach einer Trainingspause oder Nutzung eines neuen Schuhs. Jeder der genannten Fakten verändern die Körperstatik, die Belastungswinkel des Fußes und der kraftübertragenden Sehne, der Achillessehne.

Akute Achillessehnenentzündung

Die häufigste Form der Beschwerden stellt die so genannte Achillessehnenentzündung. Dieser Entzündungsreaktion ist oft schon eine Reizung der Sehne vorangegangen, die jedoch meist unbeachtet abgetan und als Folge des Trainings interpretiert wird. In der Folgezeit häufen sich die Beschwerden besonders in der Nacht bzw. direkt zu Beginn des Trainings. Auch an dieser Stelle neigen viele Läufer noch nicht zu einer Therapie, da das gewohnte Laufpensum noch Problem- und Schmerzfrei realisierbar ist.

Oft nur wenige Trainingseinheiten später setzt der Schmerz nach dem Aufwärmen nicht mehr komplett aus und steigert sich während des Trainings wieder an, bis die Einheit wegen der Beschwerden unterbrochen wird.

Therapie der Wahl ist hier eine sofortige Sportpause, Entzündungshemmende Medikation sowie physiotherapeutische Behandlung.

Chronische Achillessehnenentzündung

Die chronische Form geht häufig aus der akuten Form hervor, kann aber auch ohne größere vorherige Beschwerden isoliert auftreten.

Die Achillessehne verläuft in einem, aus mehreren Schichten bestehenden Gleitlager (vergleichbar mit einer Sehnenscheide). Im Laufe des Trainings kommt es zu kleinsten Verletzungen dieses Gewebes, was der Körper schnell selbst reparieren kann, was jedoch eine kleine Narbe zurück lässt. Diese stellt als kleine Unebenheit einen stetigen Reizungspunkt dar. Hinzu kommt, dass der Körper die dauerhaft leicht gereizte Stelle selbst behandeln möchte und kleinste Blutgefäße in die Sehne einwachsen lässt. Dies schwächt die Sehne zusätzlich.

Ist nicht die akute Form als Ursache anzusehen, ist eine schmerzhafte Morgensteifigkeit sehr häufig zu beobachten, die sogar so weit gehen kann, dass es dem Betroffenen nicht möglich ist während der ersten Schritte den Fuß bis zur Ferse abzurollen. Hier verkleben während der Nacht Eiweiße, die eigentlich zur Abheilung dienen sollen, die Schichten des Gleitgewebes und bei einwirkender Last werden diese buchstäblich zerrissen, was oft sogar als knisterndes Geräusch wahrgenommen werden kann und auch wieder eine Reizung darstellt.

Die Behandlung dieser Beschwerden decken sich zunächst mit der akuten Form, machen jedoch noch Anwendung von Eis oder Bandagierung oder Schienenversorgung des Fußes für die Nacht nötig. Omas Hausrezept des Quarkwickels kann ich ebenso befürworten, hat es einer Reihe meiner Patienten doch unterstützend geholfen.
Besonders wichtig ist hierbei eine effektive Physiotherapie. Hier wird die Sehne direkt behandelt und man lernt Übungen, die die Sehne wieder glätten. Diese Übungen sollten mindestens 12 Wochen lang konsequent auch bei Symptomfreiheit weitergeführt werden. Geschieht dies nicht bleibt die Sehnenstatik weiterhin geschwächt, was in der weiteren Folge häufig zu Achillessehnenabrissen führt.

Dieser Beitrag wurde bereitgestellt von Stephan Schmied (Physiotherapeut/Manualtherapeut)

Weiterführende Links:

Tipps und Diskussion zum Thema Achillessehne finden Sie unter: http://www.achillessehnen-Krankheiten.de

Bei Fragen zur Physiotherapie bzw. der physiotherapeutischen Behandlung hilft Ihnen gern: http://www.Physiowissen.de