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Moderne Laufschuhe: Barfuß-Schuhe – zurück zu den Wurzeln

April 12th, 2011 · 8 Kommentare



Barfuß-Schuhe gibt es mittlerweile von vielen Herstellern. Was bringen diese neuen Laufschuhe und wie läuft es sich damit?

Jahrzehntelang galt für Laufschuhe die Devise: je mehr Dämpfung desto besser. Herkömmliche Laufschuhe verfügen über eine mehr oder weniger dicke Sohle und eine gute Dämpfung. Vor einigen Jahren sorgte eine Studie an der University of Virginia, Charlottesville jedoch für ein Umdenken. Forscher wiesen nach, dass gedämpfte Laufschuhe die Hüfte ca. 54 % stärker belasten, als das Barfußlaufen. Auch Knie- und Fußgelenke sollen mit gedämpften Laufschuhen um die 36 % höher belastet werden. Eine der Ursachen für die größere Belastung liegt im erhöhten Absatz und in der dicken Sohle. Durch die Dämpfung herkömmlicher Laufschuhe wird der Fuß nicht auf natürliche Weise abgerollt und die Belastung auf die Ferse konzentriert.

Aus diesem Grund haben die Laufschuhhersteller neue Modelle entwickelt, die dem natürlichen Barfußlaufen entsprechen und den Fuß stärken sollen. Sogenannte Barfuß-Schuhe gibt es mittlerweile von allen großen Laufschuhherstellern. Auf Dämpfung wird hier weitestgehend verzichtet. Der beliebteste Laufschuh dieser Art ist der Nike Free, den es mittlerweile in vielen Modellen für Frauen und Männer gibt. Barfuß-Schuhe haben eine besondere, sehr flexible und biegsame Sohle und passen sich der natürlichen Laufbewegung an.

Was taugen Barfuß-Schuhe beim Laufen?

Barfuß-Schuhe sind am Anfang recht ungewohnt, vor allem wenn man jahrelang mit gedämpften Laufschuhen gelaufen ist. Man muss sich tatsächlich ein wenig umgewöhnen, bei den meisten Läufern dauert dies einige Wochen. Tatsächlich hat man nach den ersten Laufversuchen mit Barfuß-Schuhen eher den Eindruck, dass die Belastung für die Füße größer ist. Einige Läufer berichten, dass ihnen nach dem Laufen mit Barfuß-Schuhen die Füße schmerzen. Dies kommt daher, dass unsere Füße durch das tägliche Tragen gedämpfter Schuhe und vor allem durch das Laufen in gedämpften Laufschuhen an die natürliche Belastung beim Barfußlaufen nicht mehr gewöhnt sind. Wer ernsthaft auf Barfuß-Schuhe umsteigen möchte, sollte sich überlegen, diese zunächst als normale Schuhe im Alltag zu tragen, um sich daran zu gewöhnen. Es ist jedenfalls nicht ratsam, mit den neuen Barfuß-Schuhen sofort eine längere Strecke zu laufen.

Die wichtigsten Modelle unter den Barfuß-Schuhen

Der mit Abstand beliebteste und auch preisgünstigste Laufschuh der neuen Art ist der Nike Free. Mittlerweile sind viele Modelle herausgekommen und die Schuhe sind auch optisch sehr überzeugend. Tatsächlich wird der Nike Free häufiger als Straßenschuh gekauft, als wirklich zum Laufen. Dies liegt allerdings nur am coolen Design der Schuhe, denn als Laufschuh ist der Nike Free sehr gut geeignet. Die Sohle des Nike Free ist längs und quer von tiefen Rillen durchzogen, so dass man das Gefühl hat, auf einer beweglichen Matte zu laufen. Zudem ist der Schuh sehr leicht und luftig, ideal auch für den Sommer. In eines der neueren Modelle, den Nike Free Run+, kann außerdem ein Sensor eingesetzt werden, der Trainingsdaten auf das iPhone überträgt. Die einfachen Modelle des Nike Free kosten um die 100 € und gehören damit zu den günstigeren Laufschuhen.

Ein weiterer Barfuß-Schuh ist der „ Natural Guidance Trainer“ der Firma Newton. Hier handelt es sich um einen reinen Laufschuh, der im Vorderfußbereich vier herausstehende Lamellen aufweist, die sich beim Abrollen in den darunter liegenden Hohlraum pressen. Dadurch soll die Stoßkraft absorbiert werden. Die Dämpfung des Schuhs ist jedoch minimal. Das Laufen mit den Fußlamellen ist anfangs ungewohnt, tatsächlich zeigt sich nach einiger Zeit, dass dieser Barfuß-Schuh den Läufer zu einem natürlichen Abrollen des Fußes zwingt. Den Newton Barfuß-Schuh gibt es ab 169 €.

Von der Firma On ist ebenfalls ein Barfuß-Schuh erhältlich. In der Sohle des On-Laufschuhs ist viel Hightech verarbeitet. Verschiedene ringförmige Dämpfungselemente sollen die Stoßkräfte abfedern und einen harten Abdruck ermöglichen. Dadurch sollen vernachlässigte Muskeln stimuliert werden. Tatsächlich ist der On-Laufschuh sehr bequem, allerdings zeigt sich im Praxistest, dass er die natürliche Abrollbewegung des Fußes nicht gut unterstützt. Den On Laufschuh gibt es für ca. 170 €.

Bildquelle: Thermos/Wikipedia

Tags: Ausrüstung



8 Antworten bis jetzt ↓

  • 1 Fritz M. // Jun 7, 2011 at 11:24

    Schöne Zusammenfassung, hat alles Wichtige drin.
    Ich selbst laufe seit einigen Monaten in Barfußschuhen und bin total zufrieden. Die Umstellung, von der du gesprochen hast, ist natürlich notwendig, aber je nachdem wie oft man ‘trainiert’ dauert diese auch nicht allzu lange. Was ich noch hinzufügen möchte, ist dass die Muskulatur deutlich gestärkt wird, eben weil der Fuß nun die Stützleistung übernehmen muss und nicht mehr alles vom Schuh erledigt wird.

  • 2 Daniel // Jul 6, 2011 at 15:20

    Schöner Bericht, aber die Auswahl an Barfußschuhen ist noch weitaus größer, einfach mal im Internet suchen oder in ein gutes Fachgeschäft gehen.

  • 3 Sunny Boy // Okt 9, 2011 at 01:02

    Verwirrend dieser Bericht…

    Wie kann es sein, daß ohne eine Dämpfung die Belastung geringer ist für Gelenke, zumal unsere Füße ja das bekannte Abrollen nicht ermöglichen?!

    Ist der Bericht eigentlich subjektiv oder objektiv erstellt worden, mit oder ohne Hintergedanken?

    Ich laufe wohl lieber weiter mit meine schön gedämpften Pumas herum…gut wissend, daß deren Dämpfung meine 100kg abfedern, anstatt, daß meine Sprung- und Knie-Gelenke unter direkten Stößen leiden muß.

  • 4 Natural Running mit Barfuß-Schuhen « Sportblog // Nov 9, 2011 at 10:03

    […] Bei den Läufern gibt es heute einen ganz neuen Renner, und das ist das Natural Running, also das Laufen mit den sogenannten Barfuß-Schuhen. Viele Läufer fragen sich immer wieder, ob es wirklich so gesund ist, mit den herkömmlichen Sportschuhen zu laufen. Sicher hat man ein gutes Modell, aber ist es wirklich das, was am besten für die Füße und den Körper ist? Diese Fragen sind nicht ganz unberechtigt, gerade im Hinblick auf den neuen Trend des Laufens mit Barfuß-Schuhen. […]

  • 5 Hans // Jan 3, 2012 at 16:17

    @ Sunny Boy

    Das Problem ist, dass keine Federung stark genug ist, um das Gewicht abzufedern. Dass kann man nur mit der richtigen Technik, und die lässt sich viel leichter mit Barfussschuhen oder optimal eben barfuss ausführen.

  • 6 Alex // Jun 16, 2012 at 09:24

    An meine Füße lass’ ich nur die Vibram KSO und nix anderes :) Hatte mir für den Winter die KSO Treck Sport gekauft aber durch die dicke Sohle finde ich die zu unbequem.

  • 7 Chris // Mai 7, 2013 at 06:28

    Ich liebe meine Merrell Barefoot Current Glove (leider ein Auslaufmodell). Kein Schuh ist bisher so bequem und durchlüftet gewesen. Ich war einige Wochen damit in Asien unterwegs und hatte nie Probleme mit schwitzenden Füßen. Auch kann man sie gut mit Zehensocken kombinieren.
    Ich werde nun auch bei “schickeren” Modellen mehr auf Barfußschuhe setzen.

  • 8 Christian // Aug 19, 2013 at 10:08

    Das Schuhe ohne Dämpfung besser für die Gelenke sein sollen, klingt erst einmal wenig logisch. Man muss aber dabei beachten, dass man mit herkömmlichen gedämpften Laufschuhen immer zuerst mit der Ferse aufkommt. Beim Barfußlaufen dagegen, kommt man erst später mit dem Mittelfuß auf und nutzt somit die natürliche Federung des menschlichen Körpers.

    Ich laufe jetzt seit April mit “Adidas ADIPURE GAZELLE” und habe seid dem keine Knieschmerzen mehr nach dem laufen wenn ich die Treppe hoch steige in die Wohnung.

    http://www.fitforfun.de/sport/laufen/lauftipps/abnehmen_mit_laufen/barfuss-laufen-warum-sie-oefter-mal-ihre-schuhe-ausziehen-sollten_aid_9322.html

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